PSG beeindruckt von Pandiani und Depors Kampfgeist

Estadio Municipal de Riazor, La Coruña – 07.03.2001 – Zweite Gruppenphase
Deportivo
Deportivo
Pandiani 57, 76, 84 Tristán 60
4 - 3
PSG
  • Okocha 29
  • Laurent Leroy 43, 55
PSG
Zurück aus der Versenkung

"Die Entscheidung des Trainers, mich einzuwechseln, war der Schlüsselmoment im Spiel." Walter Pandiani

2000/01

• Mit sieben Toren wurde Raúl González zum zweiten Mal in Folge Torschützenkönig der UEFA Champions League, 1999/2000 hatte er sich den ersten Platz mit Mário Jardel (FC Porto) und Rivaldo (FC Barcelona) teilen müssen.

• Am 1. Spieltag fielen in 16 Partien insgesamt 63 Tore, was Rekord für einen Spieltag ist. Bis zum Finalsieg des FC Bayern München gegen Valencia CF waren insgesamt 449 Tore gefallen, im Schnitt 2,86 pro Spiel.

• Die Hoffnungen von RC Deportivo La Coruña auf den Einzug ins Viertelfinale schienen schon beendet, als man im zweiten Duell mit Paris Saint-Germain FC in der Gruppenphase nach 55 Minuten schon mit 0:3 zurücklag. Durch drei Treffer von Walter Pandiani kamen die Spanier schließlich doch noch weiter.

Nach 55 Minuten stand es im Duell mit Paris Saint-Germain FC aus Sicht von RC Deportivo La Coruña noch 0:3 und der Abend schien gelaufen. Doch ein Dreierpack von Einwechselspieler Walter Pandiani sowie ein Treffer von Diego Tristán sorgten für einen spektakulären 4:3-Erfolg.

Depor-Trainer Javier Irureta versuchte sein Team mit dem großen Schweigen zu motivieren, nachdem man mit einem 0:2 durch die Treffer von Jay-Jay Okocha und Laurent Leroy in die Pause ging. "Die ersten fünf oder sechs Minuten habe ich in der Kabine nichts gesagt und die Spieler in dieser völligen Ruhe sitzen lassen", sagte er. "So konnten sie über ihre Leistung nachdenken und eine kleine Selbstanalyse vornehmen. Die letzten Minuten nutzte ich, um sie auf die zweite Hälfte einzustimmen und zu erklären, wie wir dieses Spiel noch drehen konnten."

Iruretas Methode zeigte zuerst keinerlei Wirkung, machte Leroy nach dem Seitenwechsel doch das 3:0 für die Gäste.  Doch danach fanden die Depor-Spieler in die Partie und erzielten in nur 27 Minuten ganze vier Treffer. Pandiani eröffnete den Torreigen in der 57. Minute per Kopf und nur drei Minuten später erzielte Diego Tristán ebenfalls per Kopf das 2:3. Die Stimmung im Stadion kochte und plötzlich war das Weiterkommen in Gruppe B wieder in greifbarer Nähe.

Der Ausgleich gelang Pandiani dann 14 Minuten vor dem Ende nach toller Zusammenarbeit mit Roy Makaay und eben dieser Walter Pandiani köpfte sechs Minuten vor Schluss sein drittes Tor zur Führung für die Spanier. PSG hatte damit alle Hoffnungen auf das Viertelfinale begraben müssen, Depor übernahm Rang zwei in der Gruppe und nun hätte im letzten Gruppenspiel gegen den AC Milan bereits ein Remis gereicht. Voller Enthusiasmus nach diesem Super-Sieg gelang dies schließlich auch souverän.

Schlüsselspieler

  • Naybet

    Naybet, ein erbarmungsloser Innenverteidiger, war ein wichtiger Faktor für den Erfolg von RC Deportivo La Coruña um die Jahrtausendwende. In seinen acht Jahren bei diesem Klub gewann Deportivo den spanischen Pokal, wurde zwei Mal Vizemeister und holte sich 2000 nach 96 Jahren erstmals wieder die Meisterschaft. Nachdem er mit Sporting Clube de Portugal 1995 den portugiesischen Pokal gewonnen hatte, bestritt er für Depor nahezu 300 Spiele, ehe er seine Karriere bei Tottenham Hotspur FC beendete.

  • Pandiani

    Pandiani, ein robuster Stürmer mit einem gefährlichen Kopfballspiel, wurde seinem Spitznamen "El Rifle" teilweise mehr als nur gerecht. Nachdem er in seiner Heimat Uruguay Meister geworden war, wechselte er 2000 zu RC Deportivo La Coruña und verbrachte den Großteil seiner Karriere in Spanien. Zu Hochform lief Pandiani vor allem in K.o.-Wettbewerben auf - so gewann er den spanischen Pokal mit drei Klubs und war im UEFA-Pokal 2007/08, als er mit dem RCD Espanyol bis in das Finale kam, mit elf Treffern der beste Torschütze des Turniers. Trotz seiner Qualitäten hat er nur vier Länderspiele bestritten.

  • Okocha

    Okocha, ein Spielmacher mit herausragenden Fähigkeiten und Talent, war "so gut, dass sie ihm seinen Namen gleich zwei Mal gaben", so ein Sprechgesang bei Bolton Wanderers FC. Nachdem er sich bei Eintracht Frankfurt einen Namen gemacht hatte, begeisterte er die Fans mit seinen Tricks in der Türkei, in Frankreich, in England und  Katar - ein großer Vereinstitel blieb ihm aber verwehrt. Mit der nigerianischen Nationalmannschaft holte er dagegen den Afrikapokal 1994 sowie Olympiagold in Atlanta.

Was passierte als nächstes?

• RC Deportivo La Coruña erkämpfte sich beim AC Milan ein 1:1-Unentschieden und zog dadurch anstelle der Italiener ins Viertelfinale ein. Dort war allerdings gegen Leeds United AFC Endstation, nach einer 0:3-Hinspielniederlage hieß es am Ende 2:3.

• In der spanischen Liga wurde Depor Vizemeister hinter Real Madrid CF, auch im Jahr darauf landete man auf Rang zwei. Anschließend folgten zwei dritte Plätze, ehe der Niedergang einsetzte, der 2010/11 mit dem Abstieg gipfelte.

• Paris Saint-Germain FC holte in den letzten sechs Spielen lediglich acht Punkte und landete damit auf dem neunten Platz in der Ligue 1, hinter Teams wie CS Sedan-Ardennes, ES Troyes AC und SC Bastia.

• Drei Wochen nach seinem Dreierpack gegen PSG gab Walter Pandiani beim 1:0-Sieg gegen Paraguay sein Länderspieldebüt. Insgesamt viermal lief er für Uruguay auf, blieb dabei aber ohne Tor.

• Deportivo gelang drei Jahre später ein weiteres fulminantes Comeback. Nach einer 1:4-Niederlage im Viertelfinal-Hinspiel bei Milan legte Pandiani im Rückspiel mit einem frühen Tor den Grundstein zum 4:0-Heimsieg.

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