Valencias Festung hält Barcelona stand

Estadi de Mestalla, Valencia – 02.05.2000 – Halbfinale
Valencia
Valencia
Angulo 10, 43 Mendieta 45+2 (P) Claudio López 90
4 - 1
Barcelona
  • Pellegrino 27 (o.g.)
Barcelona
Geniale Einzelkönner

"Wir hatten hohe Erwartungen. Die Leute, die ganze Stadt hat gehofft" - Héctor Cúper

1999/00

• Spanien konnte drei Mannschaften im Halbfinale stellen – Real Madrid CF, FC Barcelona und Valencia CF -, und erstmals standen am Ende zwei Teams aus dem gleichen Land im Endspiel der UEFA Champions League.

• Barcelona traf in jedem seiner 16 Spiele der UEFA Champions League und setzte eine Rekordmarke von 45 Tore, wobei Rivaldo zehn Treffer erzielte und gemeinsam mit Mário Jardel und Raúl González Torschützenkönig wurde.

• Simone Inzaghi wurde zum erst zweiten Spieler, der vier Tore in einem Spiel erzielte, als S.S. Lazio in der zweiten Gruppenphase mit 5:1 gegen Olympique de Marseille gewann. AC Milans Marco van Basten gelang das bereits 1992.

Der Blick in die Geschichtsbücher bot Valencia CF vor der Paarung mit dem FC Barcelona wenig Hoffnung, aber die heimstarke Elf von Héctor Cúper konnte für eine große Überraschung sorgen. Schließlich ging es in diesem Hinspiel in der heimatlichen Festung darum, einen Vorsprung herauszuarbeiten, der groß genug ist, ihn im Camp Nou zu verteidigen. Genau das gelang auch.

Valencias erste Saison in der UEFA Champions League war gemischt verlaufen. Im Mestalla waren sie unwiderstehlich, ungeschlagen und zeitweise einfach nicht zu fassen; dort erlitt auch S.S. Lazio im Viertelfinale eine Niederlage. Auswärts allerdings schwankte die Form, manchmal sah es sogar lustlos aus, was man bei nur zwei Siegen in sieben Spielen bot. Jekyll allerdings konnte sich insgesamt immer gegen Hyde durchsetzen.

Von den frenetischen Heimfans angetrieben gelang die frühe Führung durch Miguel Ángel Angulo, doch Valencia sah sich des Windes aus den Segeln beraubt, als nach einer Großchance für Claudio López einige Sekunden später Mauricio Pellegrino ins eigene Netz traf. Der Ausgleichstreffer hatte sich angedeutet, doch Valencia übernahm erneut die Initiative und ging zwei Minuten vor der Pause wieder in Front.

Kily González war stark daran beteiligt, denn seine perfekte Flanke konnte Angulo am kurzen Pfosten im Gehäuse unterbringen. Der nächste Angriff sollte ebenso entscheidend werden: Angulo wurde von Carles Puyol zu Boden gebracht, so dass Gaizka Mendieta den resultierenden Strafstoß flach rechts an Ruud Hesp vorbeischoss.

Dani tat sich schwer damit, aus dem Schatten des gesperrten Luís Figo zu treten und Javier Farinós hatte Rivaldo gut im Griff, daher sah es nie so aus, als sollte Barcelona zurück ins Spiel finden. Schadensbegrenzung war dagegen angesagt, denn Hesp konnte zwei Mal gegen Mendieta parieren, während der Hackenschuss von Farinos nur Millimeter am Tor vorbeiging.

Als die Gäste doch noch mal das zweite Auswärtstor suchten, das so wichtig gewesen wäre, kam die Stunde von Amedeo Carboni: Der Mittelfeldspieler setzte sich scheinbar problemlos gegen Simão durch, machte einen Haken nach innen und legte für López auf, der einen unhaltbaren Flachschuss ins lange Eck versenkte. Cúpers Mannschaft hatte den Grundstein zum Finaleinzug gelegt.

Schlüsselspieler

  • F. De Boer

    De Boer schaffte beim AFC Ajax als Linksverteidiger den Durchbruch, ehe er dann eine zentrale Rolle übernahm und die auch 14 Jahre lang in der niederländischen Nationalmannschaft ausfüllte. Insgesamt gewann er fünf Meisterschaften, sowie den UEFA-Pokal und die UEFA Champions League, ehe er dem Ruf seines Zwillingsbruders Ronald folgte und beim FC Barcelona unterschrieb. Dort gewann er 1998/99 die Meisterschaft, konnte aber nie an seine tollen Leistungen für Ajax anknüpfen.

  • Rivaldo

    Rivaldo war viele Jahre lang der beste Spielmacher Brasiliens und sorgte überall für Begeisterung. Kein anderer Fußballer kann Titelgewinne in Brasilien, Spanien, Griechenland und Usbekistan vorweisen. Besonders seine spektakuläre Spielweise mit trickreichen Körpertäuschungen, tollen Dribblings und nicht zu vergessen seinen oftmals brandgefährlichen Qualitäten bei Standardsituationen brachten ihm viele Titel und Auszeichnungen ein. Rivaldo gewann 1999 den Ballon d'Or als Weltfußballer, holte mit Brasilien 2002 die FIFA-Weltmeisterschaft und feierte nach seinem Wechsel vom FC Barcelona zum AC Milan den Gewinn der UEFA Champions League 2002/03.

  • Mendieta

    Als ständiger Antreiber und Taktgeber hatte Mendieta großen Anteil am Erfolg von Valencia um die Jahrtausendwende. Der spanische Nationalspieler war nicht nur als Abräumer vor der Abwehr extrem wichtig, er sorgte auch im Spiel nach vorne immer wieder für die Ideen. Mendieta wurde 2000 und 2001, als Valencia jeweils bis ins Endspiel vordrang, zum besten Mittelfeldspieler der UEFA Champions League gewählt. Anschließend wechselte er zu Middlesbrough FC und holte dort 2004 den englischen Ligapokal.

Was passierte als nächstes?

• Der FC Barcelona siegte nach Rückstand im Rückspiel doch noch 2:1, aber es war Valencia CF, das erstmals in ein Endspiel einziehen sollte, wo sie ohne den gesperrten Amedeo Carboni mit 0:3 gegen Real Madrid CF verloren.

• Das war der Beginn von fünf unvergessenen Spielzeiten für Valencia, in denen nach 31 Jahren Wartezeit gleich zwei Mal die Meisterschaft gewonnen wurde und 2004 der UEFA-Pokal folgte. All das gelang unter Rafael Benítez, der im Sommer 2001 auf Héctor Cúper folgte.

• Barcelona holte aus den letzten drei Ligaspielen nur zwei Punkte und musste den Titel noch dem RC Deportivo La Coruña überlassen, während Valencia punktgleich mit den Katalanen Dritter wurde.

• Ein Jahr später erreichte Valencia im San Siro erneut das Endspiel, unterlag dort aber dem FC Bayern München mit 4:5 nach Elfmeterschießen. Mauricio Pellegrino vergab den entscheidenden Elfmeter.

• Es war das Ende einer Ära für Barcelona, da Trainer Louis van Gaal und nach 22 Jahren auch Präsident Josep Lluís Núñez zurücktraten, während Luís Figo zu Erzrivale Real Madrid CF wechselte.

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