Juventus geschockt von Dortmunds bekannten Gesichtern

Olympiastadion, München – 28.05.1997 – Endspiel
Dortmund
Dortmund
Riedle 29, 34 Ricken 71
3 - 1
Juventus
  • Del Piero 65
Juventus
Ständiges Hin und Her

"Es war eine Überraschung - Juve hatte tolle Spieler und war zwei Jahre lang ungeschlagen" - Ottmar Hitzfeld

1996/97

• Borussia Dortmund beendete die Saison mit neun Siegen aus elf Spielen in diesem Wettbewerb, die einzige Niederlage gab es gegen den Club Atlético de Madrid. Kein anderer UEFA-Champions-League-Sieger hat so eine hohe Erfolgsquote.

• In der Saison 1996/97 wurde eine Neuheit eingeführt, nämlich die festen Rückennummern. Walter Smith, der Trainer von Rangers FC, schickte bei der 0:3-Niederlage beim Grasshopper-Club zum Auftakt der Gruppenphase dennoch die Spieler mit den Nummern 1 bis 11 auf den Platz.

• Zum ersten Mal musste in diesem Wettbewerb ein Duell nach Hin- und Rückspiel in die Verlängerung. In einem packenden Viertelfinale setzte sich dabei der AFC Ajax insgesamt mit 4:3 gegen den Club Atlético de Madrid durch.

Vier bekannte Gesichter trafen im Endspiel 1997 auf ihren früheren Verein Juventus, und wie die beiden vorherigen Titelträger in der UEFA Champions League strauchelten auch die Italiener im Finale. Juves Nemesis hieß Karl-Heinz Riedle, der Borussia Dortmund auf Kurs brachte. Niemals schmeckte Rache so süß.

Denn vier Jahre zuvor hatten Ottmar Hitzfelds Mannen im Finale des UEFA-Pokals nicht den Hauch einer Chance gegen die Bianconeri, die sich in Hin- und Rückspiel mit insgesamt 6:1 durchsetzen konnten. In den Folgejahren wechselten Julio César, Jürgen Kohler, Paulo Sousa und Andreas Möller von Turin nach Dortmund, und das Quartett brachte die Siegermentalität ins Westfalenstadion, wie Juve schmerzlich feststellen musste.

Nachdem Juve im Halbfinale AFC Ajax ausgeschaltet hatte, ging die Mannschaft von Marcello Lippi als Favorit ins Endspiel in München. Hätte Christian Vieri zu Beginn der Partie seine Chancen genutzt, wäre es möglicherweise anders gekommen. So war es Riedle, der im ersten Durchgang innerhalb von fünf Minuten zweimal für Dortmund erfolgreich war.

Zunächst kontrollierte er eine feine Flanke von Paul Lambert mit der Brust, ehe er das Lader unter Angelo Peruzzi hindurch ins Netz beförderte, und bei seinem zweiten Treffer war er nach einem Eckball von Möller per Kopf erfolgreich. Die Bianconeri gaben sich noch lange nicht geschlagen und kamen zu richtig guten Chancen. Zinédine Zidane schüttelte Lambert ab und traf den Pfosten, während ein abgefälschter Versuch von Vieri an der Latte landete.

Nachdem dem italienischen Nationalstürmer ein Treffer aberkannt worden war, kam Juve nach Flanke von Alen Bokšić durch einen herrlichen Hackentreffer des zur zweiten Halbzeit eingewechselten Alessandro Del Piero zum Anschlusstreffer. Dortmunds Fans hielten den Atem an, doch Eigengewächs Lars Ricken konnte die Anhänger wieder beruhigen. Nachdem er für Stéphane Chapuisat ins Spiel gekommen war, erzielte der 20-Jährige 16 Sekunden nach seiner Einwechslung nach genialem Pass von Möller mit seiner ersten Ballberührung und einem Heber den 3:1-Endstand. Ein Traumeinstand, ein Traumtag für Dortmund.

Schlüsselspieler

  • Del Piero

    'Il Fenomeno Vero' (Das wahre Phänomen) spielte in zwei Jahrzehnten äußerst erfolgreich als offensiver Mittelfeldspieler bei Juventus. Kein anderer Spieler hat für Juve so viele Partien absolviert und Tore geschossen wie Del Piero. Nur wenige haben so viele Erfolge feiern können, darunter den Triumph in der UEFA Champions League 1996, fünf Meisterschaften in der Serie A sowie 2006 die FIFA-Weltmeisterschaft. "Ich bin mir sicher, dass Del Piero niemals alt wird", meinte Diego Maradona.

  • Sammer

    Sammer übernahm bei SG Dynamo Dresden und der Nationalmannschaft der DDR die Rolle des defensiven Mittelfeldspielers, die auch schon sein Vater Klaus bekleidet hatte, bevor er beim VfB Stuttgart, FC Internazionale Milano und Borussia Dortmund als Mittelfeldspieler und Libero agierte. Der erste Ostdeutsche, der für das wiedervereinigte Deutschland spielte, hatte seine Glanzzeiten 1996 und 1997, als er innerhalb von zwölf Monaten die UEFA-Europameisterschaft sowie die UEFA Champions League gewinnen konnte und zu Europas Fußballer des Jahres gewählt wurde.

  • Möller

    In dem Moment, als der damalige deutsche Jugendtrainer Berti Vogts das intelligente Passspiel sowie die Abschlussqualitäten von Möller pries, war abzusehen, da er eines Tages auch in der Nationalmannschaft seine Spuren hinterlassen würde. So kam es dann auch, als Möller beim Gewinn der FIFA-Weltmeisterschaft 1990 und der EURO '96 eine gewichtige Rolle spielte. Auf Klubebene gewann Möller mit Borussia Dortmund den Meistertitel sowie 1997 die UEFA Champions League und 1993 mit Juventus den UEFA-Pokal.

Was passierte als nächstes?

• Juventus kassierte zwölf Monate später gegen Real Madrid CF die nächste Finalniederlage. 2003 saß Marcello Lippi wieder auf der Bank, als Juve mit 2:3 nach Elfmeterschießen gegen den AC Milan verlor. Paolo Montero vergab den entscheidenden Elfmeter.

• Borussia Dortmund schloss die Bundesliga drei Tage später mit einem 2:1-Sieg gegen den 1. FC Köln ab und belegte damit den dritten Platz. Im nächsten Jahr verlor der BVB im Halbfinale der UEFA Champions League gegen Real Madrid.

• Karl-Heinz Riedle verließ Dortmund in diesem Sommer und wechselte zu Liverpool FC, wo er sich jedoch nie so richtig durchsetzen konnte. Borussia-Eigengewächs Lars Ricken, der nie für einen anderen Klub spielte, beendete 2008 seine Karriere - nach 49 Toren in 301 Ligaspielen.

• Vier Jahre später wurde Ottmar Hitzfeld erst der zweite Trainer nach Ernst Happel, der den Pokal der europäischen Meistervereine mit zwei verschiedenen Klubs gewinnen konnte, als er den FC Bayern München zum Triumph über Valencia CF führte.

• Lippi gewann mit Juventus drei weitere Meisterschaften in der Serie A (1997/98, 2001/02 und 2002/03 – 1999/2000 war er beim FC Internazionale Milano), ehe er die italienische Nationalmannschaft 2006 zum Gewinn der FIFA-Weltmeisterschaft führte.

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