Porto mit Fünferpack ins Halbfinale

Weserstadion, Bremen – 30.03.1994 – Gruppenphase
Bremen
Bremen
0 - 5
Porto
  • Bastos Tavares 11
  • Kostadinov 35
  • Secretário 70
  • Domingos 74
  • Timofte 90 (P)
Porto
Taktische Meisterleistung

Porto mit Fünferpack ins Halbfinale

1993/94

• Stürmer Hristo Stoichkov vom FC Barcelona wurde mit fünf Treffern in sechs Partien (er verpasste zwei Gruppenspiele) Torschützenkönig der UEFA Champions League. Er erzielte alle seine Tore in den ersten 35 Minuten.

• Der SV Werder Bremen lag am zweiten Spieltag gegen den RSC Anderlecht 25 Minuten vor Schluss noch mit 0:3 zurück, startete dann aber eine denkwürdige Aufholjagd. Am Ende gewannen die Bremer noch mit 5:3.

• Der AC Milan holte sich den ersten Platz in der Gruppe B, obwohl die Italiener nur zwei von sechs Spielen gewinnen und sechs Tore erzielen konnten. Ab dem Halbfinale, das mit 3:0 gegen den FC Porto gewonnen wurde, folgten dann aber sieben weitere Treffer - ohne ein einziges Gegentor.

Nach dem Fünf-Tore-Kracher im Hinspiel traf der FC Porto nun in Deutschland auf den SV Werder Bremen, mit der Gewissheit, dass der Gewinner der Spiels wohl mit dem AC Milan im Halbfinale stehen würde. Auch in dieser Begegnung gab es wieder fünf Tore, die aber dieses Mal wesentlich einseitiger verteilt wurden.

Nachdem sich die ungeschlagenen Rossoneri bereits zwei Spieltage vor dem Ende der Gruppenphase qualifiziert hatten, entschied diese Partie über den zweiten Platz in Gruppe B. Ein Sieg für Porto und sie wären durch. Gewinnt Bremen, hätten sie noch alle Chancen, aber der RSC Anderlecht lauerte direkt dahinter. Die frühe Verletzung von Paulinho Santos bereitete Porto dann Sorgen, doch Ersatzspieler Rui Filipe machte seine Sache mehr als ordentlich.

Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung hielt er einfach mal aus der Distanz drauf und Andree Wiedener fälschte den Ball unhaltbar für Oliver Reck ab. Auf der anderen Seite hatte Vítor Baía mehr Glück, als er zahlreiche Chancen der Werderaner entschärfen konnte. Zehn Minuten vor der Pause bauten die Gäste ihre Führung in Person von Emil Kostadinov aus, nachdem er Reck mit einem Flachschuss nach Zuspiel von Ljubinko Drulović keine Chance gelassen hatte.

Bremen musste nun etwas aufmachen, Porto lauerte dagegen auf Konter. Mitte der zweiten Hälfte erhöhte Carlos Secretário dann auf 3:0, doch die Gäste waren noch lange nicht durch. Nachdem sein Team im entsprechenden Hinspiel vier Monate vorher nach einer 3:0-Führung noch zwei Gegentreffer kassierte, trieb Sir Bobby Robson seine Mannschaft weiter nach vorne.

Vier Minuten später machte der eingewechselte Domingos Paciência mit einem Distanzschuss dann aber endgültig den Deckel drauf. In der letzten Minute verwandelte Ion Timofte außerdem einen Elfmeter, nachdem Andreas Herzog den Ball zuvor mit der Hand gespielt hatte und Porto stand unter den besten Vier.

Schlüsselspieler

  • Vítor Baía

    Baía, vielleicht der beste Torhüter, den Portugal jemals hervorgebracht hatte, gewann in 20 Jahren zahlreiche Titel. Neben 80 Länderspielen holte er über 30 Trophäen - darunter zehn Meisterschaften, den UEFA-Pokal 2003 sowie die UEFA Champions League 2004 mit dem FC Porto. Bis auf ein dreijähriges Intermezzo beim FC Barcelona, wo er die Meisterschaft und den UEFA-Pokal der Pokalsieger gewann, verbrachte Baía seine gesamte Karriere bei Porto.

  • Couto

    Couto, der erste portugiesische Spieler, der über 100 Länderspiele bestritt, war ein versierter Innenverteidiger, der Meisterschaften in Portugal, Italien und Spanien feiern durften. Nach seinem Durchbruch beim FC Porto gewann er mit Parma FC den UEFA-Pokal 1995, sowie zwei Mal den Pokal der Pokalsieger mit dem FC Barcelona. Nach Portugals Finalniederlage bei der UEFA EURO 2004 trat er dann nach 110 Länderspielen zurück.

  • Herzog

    Herzog, der als erster Österreicher über 100 Länderspiele bestritt, war ein technisch versierter Spielmacher und begann seine Karriere in der Heimat beim SK Rapid Wien. In den Jahren 1987 und 1998 gewann er die österreichische Meisterschaft, um wenig später die deutsche Meisterschaft mit dem SV Werder Bremen zu feiern. Mit dem FC Bayern München gewann der Freistoßspezialist dann den UEFA-Pokal 1996, ehe er nach einem Jahr wieder nach Bremen zurückkehrte. Mit Österreich nahm er an den FIFA-Weltmeisterschaften 1990 und 1998 teil.

Was passierte als nächstes?

• Der FC Porto kam am sechsten Gruppenspieltag zu einem torlosen Remis gegen den AC Milan, während der SV Werder Bremen beim RSC Anderlecht siegte und Dritter in Gruppe B wurde. Marco Bode war zweimal erfolgreich, John Bosman hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt.

• Bremen gewann 1993/94 das Endspiel des DFB-Pokals gegen SC Rot-Weiss Essen, ehe Trainer Otto Rehhagel nach 14 Jahren im Sommer 1995 zum FC Bayern München wechselte.

• Hristo Stoichkov nahm Porto im Halbfinale auseinander und erzielte beim 3:0-Sieg des FC Barcelona zwei Treffer, ehe die Spanier im Endspiel dem AC Milan mit 0:4 unterlagen.

• Porto wurde in der portugiesischen Meisterschaft nur Zweiter hinter SL Benfica, ehe eine dominante Phase mit fünf aufeinanderfolgenden Meistertiteln folgte, wobei man die Spielzeiten während dieses Laufs immer mit mindestens acht Punkte Vorsprung für sich entscheiden konnte.

• Sir Bobby Robson ging zwei Jahre später nach Barcelona - José Mourinho blieb weiterhin sein Assistent - und nach der Verpflichtung von Ronaldo gewann er in seiner ersten Saison in Spanien gleich den Pokal der Pokalsieger.

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