Barcelonas Mittelfeld-Karussell spielt United schwindlig

Stadio Olimpico, Rom – 27.05.2009 – Endspiel
Barcelona
Barcelona
Eto'o 10 Messi 70
2 - 0
Man. United
Man. United
Geniale Einzelkönner

"Man sieht manchmal blöd aus, wenn Barcelona den Ball so laufen lässt" - Ryan Giggs

2008/09

• Joseba Llorente erzielte den zweitschnellsten Hattrick in der Geschichte der UEFA Champions League, als Villarreal CF am 3. Spieltag mit 6:3 gegen den dänischen Meister Aalborg BK gewann.

• Der FC Bayern München gewann im Achtelfinale insgesamt mit 12:1 gegen den Sporting Clube de Portugal, nie zuvor waren in einem Duell dieses Wettbewerb nach Hin- und Rückspiel so viele Tore gefallen.

• Chelsea FC und Liverpool FC trennten sich in ihrem Viertelfinal-Rückspiel mit einem 4:4-Unentschieden. Zuvor hatte es dieses Ergebnis erst einmal gegeben, 2000/01 in der Gruppenphase zwischen dem Hamburger SV und Juventus.

 

Der FC Barcelona war der erste spanische Klub, dem es gelang, das Triple zu gewinnen. Durch den Finalsieg gegen Titelverteidiger Manchester United FC holte Barça zum dritten Mal den Pokal der europäischen Meistervereine nach Katalonien.

Trotz Barcelonas Heimstärke wurde erwartet, dass United den Pokal, den sie zwölf Monate zuvor im Elfmeterschießen gegen Chelsea FC errungen hatten, verteidigen würde. Ebenso wie in jener regnerischen Nacht in Moskau ein Jahr zuvor, war es wieder ein verregneter Abend in Rom, aber dieses Mal sollten sich die Wetterumstände nicht zu Gunsten von Sir Alex Fergusons Mannschaft auswirken. Manchester wurde von Barça deklassiert und verlor nach Toren von Samuel Eto’o und Lionel Messi und einer herausragenden Leistung von Xavi Hernández.

Dabei sah es zunächst sehr viel versprechend aus für die Engländer: Victor Valdés konnte einen Freistoß von Ronaldo nicht festhalten und Gerard Piqué klärte den Abpraller gerade noch vor Anderson, der schon auf den Nachschuss lauerte. Nach zehn Minuten war Barça kaum aus der eigenen Hälfte herausgekommen, doch als sie zum ersten Mal in den gegnerischen Strafraum eindrangen, trafen sie. Einen Pass von Andrés Iniesta nahm Eto’o mustergültig mit, zog nach innen an Nemanja Vidić vorbei und überwand Edwin van der Sar mit einem Schuss aufs kurze Eck.

United brachte Barcelonas Tor nur in zweierlei Hinsicht ernsthaft in Gefahr: Zunächst durch einen Freistoß von Ryan Giggs, der über das Tor ging, und durch Weitschüsse von Christiano Ronaldo. Doch je verzweifelter der 24-Jährige versuchte, das Spiel zu kippen, desto mehr misslangen auch seine Versuche. Auf der anderen Seite war Messi dem Torerfolg schon viel näher, als sein Schuss aus 25 Metern knapp über die Latte strich.

Barcelona musste auf seine beiden gesperrten Verteidiger Daniel Alves und Eric Abidal verzichten, aber Manchester – das ohne den gesperrten Darren Fletcher antrat – konnte Barças Abwehr nicht einmal ernsthaft prüfen, da sie es einfach nicht schafften, das sich beständig drehende "Passkarussell" der Katalanen im Mittelfeld zu stoppen. Thierry Henry scheiterte zweimal knapp und der brillante Xavi traf mit einem Freistoß nur den Pfosten, ehe Barça seine Führung verdoppelte. Wieder war Xavi der Ausgangspunkt, indem er Messi mit einer perfekt getimten Flanke bediente – und der kleinste Mann auf dem Platz köpfte zum 2:0 ein.

Es war der krönende Moment einer bemerkenswerten Vorstellung von Messi, der im Alter von 22 Jahren mit neun Treffern zum Torschützenkönig der Königsklasse avancierte. Auch für Josep Guardiolawar der Gewinn des größten aller Wettbewerbe als Trainer einer Spitzenmannschaft der bisherige Höhepunkt seiner Laufbahn. "Wir wollten von uns behaupten können, dass wir gespielt haben und keine Feiglinge waren", so der Trainer der Katalanen. "Es gibt nichts gefährlicheres, als keine Risiken einzugehen." Die, die etwas wagten, haben am Ende gewonnen.

Schlüsselspieler

  • Messi

    Lionel Messi wurde beim FC Barcelona groß. Der argentinische Superstar gab sein Debüt in der spanischen Liga im Alter von 17 Jahren und 114 Tagen und wurde innerhalb kurzer Zeit zum wohl begnadetsten Fußballer seiner Generation. Der kleine und schmächtige Stürmer brachte es nach nur 153 Spielen für Barça auf 100 Tore. Messi bekam zweimal den Ballon d’Or verliehen und gewann im Dress der Katalanen bereits dreimal die UEFA Champions League. Außerdem war er in der Saison 2010/11 der erste Spieler, dem es in diesem Wettbewerb gelang, in drei aufeinanderfolgenden Spielzeiten Torschützenkönig zu werden.

     

  • Xavi Hernández

    Xavi spielt schon sein ganzes Leben für den FC Barcelona und ist ein Spieler, dessen Qualitäten oft zu wenig hervorgehoben werden. Er ist sowohl im Spiel der Katalanen als auch der spanischen Nationalmannschaft der Dreh- und Angelpunkt und bringt mit seiner ruhigen, feinen Technik und seinen tödlichen Pässen eher andere Spieler ins Rampenlicht. Er ist der Spieler mit den meisten Europapokal- und Pflichtspieleinsätzen für Barça und unter seiner Regie gewannen die Katalanen sechs spanische Meistertitel sowie dreimal die UEFA Champions League. Außerdem triumphierte Xavi mit der spanischen Nationalmannschaft bei der UEFA EURO 2008 und der FIFA-Weltmeisterschaft 2010.

     

  • Cristiano Ronaldo

    Ronaldo fiel Sir Alex Ferguson nach nur elf Ligaeinsätzen für den Sporting Clube de Portugal auf. Der portugiesische Flügelspieler fand sich nach und nach bei Manchester United FC zurecht und erreichte schließlich in der Saison 2006/07 erstmals Bestform – in diesem Jahr gewann er mit United den ersten von drei aufeinanderfolgenden Premier-League-Titeln. Ronaldo schoss in der darauffolgenden Spielzeit, in der Manchester obendrein die UEFA Champions League gewann, 42 Tore. Im Sommer 2009 wechselte er für eine Rekordablösesumme von 94 Millionen Euro zu Real Madrid CF und schoss dort 50 Tore in 51 Ligaspielen.

Was passierte als nächstes?

• Nachdem der FC Barcelona auch noch den spanischen Superpokal, den UEFA-Superpokal und die FIFA-Klubweltmeisterschaft gewonnen hatte, beendeten Lionel Messi & Co. das Kalenderjahr mit sage und schreibe sechs Titeln. Pedro Rodríguez gelang dabei in allen sechs Wettbewerben mindestens ein Treffer.

• Für Manchester United FC galt es nach dem Verkauf ihres Superstars Cristiano Ronaldo, der für die Rekordsumme von 92 Millionen Euro zu Real Madrid CF wechselte, zunächst einmal die Lücke zu schließen. In der Saison 2010/11 sicherten sich die Red Devils ihren 19. Meistertitel - englischer Rekord.

• Im Januar 2010 schied Barcelona unter Josep Guardiola das erste Mal vorzeitig aus einem Wettbewerb aus. Nach einer Niederlage gegen Sevilla FC in der Copa del Rey war Schluss für die Katalanen. Und nachdem man im Halbfinale der UEFA Champions League gegen den FC Internazionale Milano von José Mourinho ebenfalls ausgeschieden war, konnte man auch hier den Titel nicht verteidigen.

• Die Katalanen trafen mit Samuel Eto'o im Dress der Italiener auf einen alten Bekannten. Vor der Saison war dieser im Tausch mit Zlatan Ibrahimović und 49 Millionen Euro zu Inter gewechselt. Schwedens Ibrahimović, wie auch der andere Sommer-Neuzugang Dmytro Chygrynskiy, wurde aber nach einem Jahr bereits wieder ausgeliehen, bevor sie Barcelona dann endgültig verlassen haben.

• Zwei Jahre später hatte United erneut die Chance, Barcelona zu schlagen, aber wieder triumphierten die Spanier. Nachdem Wayne Rooney die Führung von Pedro ausgeglichen hatte, machten Messi und David Villa den 3:1-Sieg perfekt.

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