Unglückliches Chelsea muss sich United geschlagen geben

Stadion Luzhniki, Moskau – 21.05.2008 – Endspiel
Man. United
Man. United
Cristiano Ronaldo 26
1 - 1
Chelsea
  • Lampard 45
Chelsea
Offener Schlagabtausch

"Ich habe meinen Elfmeter verschossen, aber es ist der glücklichste Tag in meinem Leben" - Cristiano Ronaldo

2007/08

• Am 4. Spieltag gewann Liverpool FC an der Anfield Road mit 8:0 gegen Beşiktaş JK, was der höchste Sieg in der Geschichte des Wettbewerbs ist. Am Spieltag zuvor hatte mit Arsenal FC eine weitere englische Mannschaft den SK Slavia Praha mit 7:0 bezwungen.

• Torhüter Marco Ballotta von S.S. Lazio wurde mit 43 Jahren und 253 Tagen der älteste Spieler in der Geschichte der UEFA Champions League, als er bei der 1:3-Niederlage der Römer bei Real Madrid CF 90 Minuten auf dem Platz stand.

• Manchester United FC gewann das Halbfinal-Rückspiel gegen Barcelona mit 1:0 und feierte damit den zwölften Heimsieg in Folge. Der 13. Erfolg blieb United allerdings verwehrt, am 1. Spieltag der folgenden Saison reichte es gegen Villarreal CF nur zu einem Remis.

40 Jahre nach dem ersten Europapokalerfolg, 50 Jahre nach dem Flugzeugunglück von München und am Abend des 759. Auftritts von Ryan Giggs - Klubrekord - stand Manchester United FC im Endspiel der UEFA Champions League 2007/08 ganz dicht vor einer Pleite.

Nach einer ganz engen Meisterschaft, die United mit zwei Punkten Vorsprung vor dem langjährigen Premier-League-Rivalen Chelsea FC für sich entscheiden konnte, kam es im regengetränkten Luzhniki-Stadion zum ersten rein englischen Duell.

United ging nach 26 Minuten in Führung: Cristiano Ronaldo setzte sich von Michael Essien ab und köpfte Wes Browns Flanke ins linke Eck ein. Für den Portugiesen war es der 42. Pflichtspieltreffer für ManU in der damaligen Saison.

United, mit dem unermüdlichen Owen Hargreaves und Spielgestalter Paul Scholes als Triebfedern, geriet erstmals in Gefahr, als Rio Ferdinand Richtung eigenes Tor köpfte, doch Edwin van der Sar rettete mit einer Glanzparade.

Auf der Gegenseite war Petr Čech bei einem Flugkopfball von Carlos Tévez zur Stelle, außerdem parierte er den Nachschuss von Michael Carrick. Chelsea, das trotz des Abgangs von José Mourinho pragmatisch wie immer agierte, kam dann besser ins Spiel und kurz vor der Pause zum Ausgleich. Nach einem abgefälschten Schuss von Essien landete das Leder glücklich bei Frank Lampard, der Van der Sar keine Chance ließ.

Jetzt bekamen die Blues Oberwasser und hatten im zweiten Durchgang Pech, als Didier Drogbas ansatzloser Schuss nur am Pfosten landete. So ging es in die Verlängerung, wo Lampard nach schönem Zuspiel von Michael Ballack nur die Unterkante der Latte traf.

Giggs, der kurz vor Ende der regulären Spielzeit eingewechselt worden war und Sir Bobby Charltons langjährigen Rekord brach, hätte fast noch die Entscheidung herbeigeführt, doch John Terry rettete für seinen bereits geschlagenen Torhüter Čech per Kopf vor der Torlinie. Kurz vor dem Ende der Verlängerung wurde dann noch Drogba nach einem Handgemenge des Feldes verwiesen. Das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen.

Ronaldo war nach neun Elfmetern der einzige, der verschossen hatte, als John Terry die Riesenchance hatte, seiner Mannschaft erstmals den Titel zu sichern. Doch Chelseas Kapitän geriet ins Straucheln und traf nur den Pfosten. Nachdem Giggs erfolgreich war, scheiterte Nicolas Anelka an Van der Sar, und nur einen Steinwurf vom Roten Platz entfernt war der dritte Triumph der Red Devils perfekt.

Schlüsselspieler

  • Van der Sar

    Der niederländische Rekordnationalspieler machte erstmals international auf sich aufmerksam, als er mit dem AFC Ajax 1995 die UEFA Champions League gewinnen konnte. Seine starken Auftritte in der Eredivisie bescherten ihm einen Wechsel zu Juventus und später zu Fulham FC. Von dort ging er 2005 zu Manchester United FC und schaffte es, in die scheinbar übergroßen Fußstapfen von Peter Schmeichel zu treten. Mit ManU gewann er dreimal in Folge die Meisterschaft in der Premier League sowie 2008 die UEFA Champions League.

  • Cristiano Ronaldo

    Ronaldo fiel Manchester United FC-Trainer Sir Alex Ferguson nach nur elf Auftritten in der portugiesischen Liga für Sporting Clube de Portugal auf. Der Flügelspieler zeigte ab der Saison 2006/07 immer beeindruckendere Leistungen – und gewann mit ManU den ersten von drei aufeinanderfolgenden Titeln in der Premier League. Ronaldo erzielte in einer Saison 42 Tore für seinen Klub und holte mit Manchester im folgenden Jahr die UEFA Champions League. Im Sommer 2009 wechselte er für die Weltrekordsumme von 94 Millionen Euro zu Real Madrid CF, wo er in den ersten 51 Ligaspielen 50 Tore erzielte.

  • Terry

    Terry, der seine gesamte Karriere bei Chelsea FC verbracht hat, folgte bei den Blues im August 2004 Marcel Desailly als Kapitän nach. Anschließend führte er Chelsea zu zwei Meisterschaften in Folge, den ersten seit 50 Jahren. Seine schwärzeste Stunde erlebte er 2008, als er im Finale der UEFA Champions League im Elfmeterschießen gegen Manchester United FC den entscheidenden Strafstoß vergab. Terry gewann mit den Blues viermal den FA Cup und dreimal die Meisterschaft in der Premier League.

Was passierte als nächstes?

• Manchester United FC zog in der nächsten Saison wieder ins Finale ein, schaffte es aber nicht, als erste Mannschaft überhaupt den Titel zu verteidigen. In Rom unterlagen sie dem FC Barcelona mit 0:2.

• Ryan Giggs überholte durch seinen Einsatz im Finale 2008 die Manchester-Legende Sir Bobby Charlton und knackte später auch dessen Rekord von 606 Ligaspielen für United.

• Cristiano Ronaldos Führungstreffer in Moskau bedeutete sein 42. Tor in dieser Saison. In der folgenden Spielzeit traf der portugiesische Flügelspieler noch 26 Mal für ManU, ehe er für die Rekordablösesumme von 94 Millionen Euro zu Real Madrid CF wechselte.

• Die Mannschaft von Sir Alex Ferguson konnte 2008/09 zum wiederholten Mal die Premier League gewinnen, scheiterte in der nächsten Saison jedoch, sich den Titel zum vierten Mal in Folge zu sichern. Dies wäre ein neuer Rekord gewesen, doch ManU landete einen Punkt hinter dem von Carlo Ancelotti trainierten Chelsea FC.

• Die Niederlage in Moskau war gleichzeitig das letzte Spiel von Avram Grant als Chefcoach von Chelsea. Nach ihm wurde Luiz Felipe Scolari verpflichtet, der wiederum von Guus Hiddink abgelöst wurde. Seit dem 1. Juni 2009 hat nun Ancelotti das Traineramt inne.

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