Rubin macht im Camp Nou das Unmögliche wahr

Camp Nou, Barcelona – 20.10.2009 – Gruppenphase
Barcelona
Barcelona
Ibrahimović 48
1 - 2
Rubin
  • Ryazantsev 2
  • Gökdeniz Karadeniz 73
Rubin
Taktische Meisterleistung

"Wir haben alles gegeben, um das beste Team der Welt zu schlagen. Es gab keine Kraft mehr zum Feiern" - Sergei Ryzhikov

2009/10

• Diego Milito wurde der fünfte Spieler, der zwei Tore in einem Finale der UEFA Champions League erzielte. Mit seinem Doppelpack sorgte er für den 2:0-Sieg des FC Internazionale Milano gegen den FC Bayern München in Madrid.

• Maccabi Haifa FC wurde die zweite Mannschaft nach RC Deportivo La Coruña in der Saison 2004/05, die in der Gruppenphase ohne eigenes Tor blieb. Der israelische Meister schied ohne einen Punktgewinn aus.

• Lionel Messi schaffte es als sechster Spieler, in einem Spiel der UEFA Champions League vier Tore zu schießen - beim 4:1-Sieg des FC Barcelona gegen Arsenal FC im Viertelfinale.

Nur wenige hatten dem FC Rubin Kazan am dritten Spieltag zugetraut, mehr als nur eine fußballerische Lektion aus dem Camp Nou mitzunehmen, schließlich ging es gegen den amtierenden europäischen Klubchampion. Doch als Aleksandr Ryazantsev nach 120 Sekunden Víctor Valdés mit einem spektakulären Schuss überwinden konnte, nahm die Mission Impossible Gestalt an.

Sogar nach dem Ausgleich von Zlatan Ibrahimović zu Beginn des zweiten Durchgangs blieb Rubin unerschrocken und kam 17 Minuten vor dem Ende durch Gökdeniz Karadeniz zur abermaligen Führung. Kurban Berdyevs Mannschaft hielt dann auch in der Schlussphase allen Unkenrufen zum Trotz die Schotten dicht.

Die Spanier, die neun Partien in Folge in der UEFA Champions League ungeschlagen waren, gingen mit einer beneidenswerten Offensivkraft ins Spiel: Andrés Iniesta, Xavi Hernández, Pedro Rodríguez, Lionel Messi und Ibrahimović. Aber wenn die Heimfans ein schnelles Tor ihrer Mannschaft erwartet hatten, wurden sie eines Besseren belehrt. Das Camp Nou wurde erst mal zum Schweigen gebracht, als Ryazantsev einen Moment der Unentschlossenheit in Barcelonas Mittelfeld nutzte und aus 35 Metern einschoss.

Der russische Meister war wahrscheinlich gar nicht so überrascht wie der Gastgeber, denn im vorangegangenen Spiel der Gruppe F waren die Russen auch schon gegen den FC Internazionale Milano in Führung gegangen. Gegen Inter hatte es dann aber nur zu einem 1:1 gelangt, und auch im Camp Nou wäre zwei Minuten später beinahe der Ausgleich gefallen, doch Torhüter Sergei Ryzhikov konnte irgendwie einen Schuss von Ibrahimović zur Seite abwehren.

Barcelona verstärkte den Druck mit zunehmender Spieldauer jedoch immer weiter und kam zwangsläufig zu Gelegenheiten: Daniel Alves knallte das Leder aus der Distanz knapp neben das Tor, Pedro und Messi scheiterten an Ryzhikov. Zwei Minuten nach der Pause war es dann aber soweit: Ibrahimović nahm einen Pass von Xavi auf und jagte den Ball ins gegnerische Gehäuse.

Josep Guardiolas Mannschaft drängte jetzt mit aller Macht auf den Führungstreffer. Pedro, Messi und Ibrahimović vergaben jedoch gute Gelegenheiten, ehe Rubin aus heiterem Himmel Treffer Nummer zwei markierte: Alejandro Domínguez leitete einen Konter ein, den Karadeniz eiskalt abschloss.

Es war für die Gastgeber aber immer noch genügend Zeit, um zu antworten, doch sie schafften es einfach nicht, den starken Ryzhikov zu überwinden. Selbst als der Keeper bereits geschlagen war, kamen ihm die Latte und der Pfosten zu Hilfe - nämlich nach 77 Minuten bei Ibrahimović und in den letzten Zügen der Partie bei Yaya Touré.

Berdyev wollte jedoch einen anderen Spieler hervorheben. "Domínguez hat so hart gearbeitet, um ihre defensiven Mittelfeldspieler in Schach zu halten", sagte er. "Das war der Schlüssel. Ich denke, ohne ihn hätten wir nicht gewonnen."

Schlüsselspieler

  • Domínguez

    Der argentinische Spielmacher stand drei Jahre beim FC Rubin Kazan unter Vertrag, bis er 2007 für sieben Millionen Euro zum FC Zenit St Petersburg wechselte, was damals Rekord zwischen russischen Klubs war. Er wurde Meister und gewann den UEFA-Pokal, bevor er 2009 auf Leihbasis zu Rubin zurückkehrte. Domínguez hatte maßgeblichen Anteil am Gewinn der Meisterschaft, durch seine 16 Treffer verdiente er sich die Wahl zum Fußballer des Jahres. Mittlerweile spielt er für Valencia CF.

  • Ibrahimović

    Der schwedische Nationalspieler, ein großer und wuchtiger Mittelstürmer, verbindet sein körperbetontes Spiel mit großen technischen Fähigkeiten. Aber es ist seine Bilanz von acht Meisterschaften (zwei mit Juventus wurden später wieder aberkannt) in genauso vielen Spielzeiten mit fünf verschiedenen Vereinen, die erklärt, warum Klubs wie der FC Barcelona 2009 46 Millionen Euro plus Samuel Eto'o für seine Dienste zahlten. Ibrahimović blieb nur ein Jahr in Spanien, doch nach einer weiteren Meisterschaft ging er zum AC Milan, wo der übliche Scudetto folgte.

  • Messi

    Messi, der beim FC Barcelona ausgebildet wurde, feierte im Alter von 17 Jahren und 114 Tagen sein Ligadebüt in Spanien und entwickelte sich zweifellos zum begnadetsten Fußballer seiner Generation. Der kleine Offensivakteur brauchte nur 153 Spiele, um für Barça die 100-Tore-Marke in der Liga zu knacken. Der zweimalige Gewinner des Ballon d'Or konnte bereits dreimal die UEFA Champions League gewinnen und war 2010/11 der erste Spieler, der dreimal hintereinander bester Torschütze in der Königsklasse war.

Was passierte als nächstes?

• Zwei Wochen später erkämpfte sich der FC Rubin Kazan in Tatarstan ein torloses Remis gegen den FC Barcelona, doch nach einem weiteren 0:0 gegen den FC Dynamo Kyiv und einer 0:2-Niederlage beim FC Internazionale Milano blieb den Russen nur der dritte Platz in der Gruppe F.

• Barcelona sicherte sich durch einen 2:0-Erfolg über Inter und einem 2:1 bei Dynamo den Gruppensieg. Im Halbfinale trafen die Katalanen erneut auf die Nerazzurri, doch diesmal setzten sich die Italiener nach Hin- und Rückspiel mit 3:2 durch.

• Josep Guardiolas Mannschaft konnte sich dafür mit der spanischen Meisterschaft trösten, der zweiten von drei in Folge. Rubin zog ins Achtelfinale der UEFA Europa League ein und wurde zum zweiten Mal in Folge russischer Meister.

• Das Schicksal führte die beiden Klubs in der folgenden Saison erneut zusammen, und wieder holte Rubin zu Hause ein Remis. In Barcelona verloren die Russen diesmal aber mit 0:2 und landeten damit hinter der Truppe von Guardiola und dem FC København wieder auf dem dritten Rang.

• Barcelona gewann am Ende zum zweiten Mal in drei Jahren die europäische Königsklasse. Beim 3:1-Finalsieg in Wembley gegen Manchester United FC trafen Pedro Rodríguez, Lionel Messi und David Villa.

 

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