Morientes führt Monaco zum Sieg gegen Madrid

Stade Louis II, Monaco – 06.04.2004 – Viertelfinale
Monaco
Monaco
Giuly 45+1, 66 Morientes 48
3 - 1
Real Madrid
  • Raúl González 36
Real Madrid
Zurück aus der Versenkung

"Die Spieler haben ein weiteres Kapitel Fußballgeschichte geschrieben"  - Didier Deschamps

2003/04

• Dies war die erste Saison mit dem noch heute gültigen Format, die zweite Gruppenphase wurde durch eine zusätzliche K.-o.-Runde ersetzt. Damit hatten die Mannschaften im Höchstfall nur noch 13 Spiele und nicht 17 wie zuvor.

• AEK FC beendete auch die dritte Teilnahme an der ersten Gruppenphase ohne Sieg. Erst beim 22. Anlauf, in der Saison 2006/07 gegen LOSC Lille Métropole, konnten die Griechen endlich ihre schwarze Serie beenden.

• Der FC Bayern München gewann am 6. Spieltag mit 1:0 gegen den RSC Anderlecht und zog dadurch anstelle der Belgier in die nächste Runde ein. Für Anderlecht war dies die erste von zwölf UEFA-Champions-League-Niederlagen in Folge.

 

Nachdem Real Madrid CF innerhalb von vier Jahren zweimal die UEFA Champions League gewonnen hatte, rechnete eigentlich jeder mit dem vierten Einzug ins Halbfinale in Folge. Doch ein 4:2-Sieg aus dem Hinspiel sollte den Madrilenen im ausverkauften Stade Louis II nicht reichen. Angeführt von Fernando Morientes, der ganz nebenbei auch noch von Real ausgeliehen war, gelang dem AS Monaco FC ein großartiges Comeback.

Morientes hatte gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber bereits im Santiago Bernabéu getroffen, und wie sich herausstellen sollte, war dieses späte Tor gegen entfesselt aufspielende Spanier mehr wert als zunächst angenommen. Anfangs gab es aber wenig Anzeichen dafür, dass das Rückspiel anders verlaufen würde. Raúl González brachte die Königlichen in der 36. Minute per Kopfball in Führung und löste Ferenc Puskás damit als erfolgreichsten Real-Torjäger aller Zeiten ab. Doch Monaco ließ sich von dem Rückschlag nicht beirren.

Das Spiel drehte sich dann kurz vor der Pause zu Gunsten der Franzosen. Nach einem schönen Diagonalpass von Patrice Evra legte Morientes den Ball per Kopf zurück auf Ludovic Giuly, der fasste sich aus gut 20 Metern ein Herz und die Kugel schlug unten links neben dem Pfosten ein. Das Team von Didier Deschamps brauchte aber immer noch zwei Tore, wobei das erste davon bereits drei Minuten nach Wiederanpfiff fallen sollte. Nach einer Flanke von Evra köpfte Morientes den Ball zur 2:1-Führung in die Maschen - für den Spanier war es das siebte Tor im neunten Spiel.

Um ein Haar hätte der frühere Madrilene erneut getroffen, doch nach Vorlage von Hugo Ibarra scheiterte er an Real-Schlussmann Iker Casillas. Die Franzosen merkten nun, dass gegen Real etwas gehen könnte. Édouard Cissé war Mitte der zweiten Halbzeit der Inbegriff des Siegeswillens. Zunächst stoppte er einen Angriff von Real, behauptete den Ball unter großem Druck und besaß dann auch noch die Geistesgegenwart, Ibarras Flachpass auf Giuly durchzulassen, der den Ball mit der Hacke durch die Beine von Roberto Carlos ins Tor beförderte.

Monaco, das in der Schlussphase in Person von Shabani Nonda und Gaël Givet zweimal den Pfosten traf, musste aber nochmal zittern. Zunächst wurde Raul wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen und in der Nachspielzeit verfehlte er das Tor nach einem Pass von Zinédine Zidane nur knapp. Am Ende zogen die Monegassen zum zweiten Mal in die Vorschlussrunde ein.

"Heute haben die Spieler ein weiteres Kapitel Fußballgeschichte geschrieben, sowohl für den AS Monaco als auch für den französischen Fußball", freute sich Deschamps. "Es zeigt, dass im Fußball alles möglich ist, wenn man nur fest genug daran glaubt." Und Monaco war noch lange nicht fertig.

Schlüsselspieler

  • Morientes

    Morientes spielte sieben Jahre lang für Real Madrid CF. Durch seine Kopfballstärke und seinen Torinstinkt trug er vor allem im Zusammenspiel mit Raúl González dazu bei, dass Real dreimal die UEFA Champions League gewinnen konnte. Als zweimaliger spanischer Meister war er in der Saison 2003/04 an den AS Monaco FC ausgeliehen und führte die Franzosen ins Finale der UEFA Champions League 2004. Morientes wechselte anschließend zu Liverpool FC und Valencia FC und beendete seine Karriere schließlich bei Olympique de Marseille. Er schoss 27 Tore in 47 Länderspielen für Spanien.

     

  • Raúl González

    Als Club Atlético de Madrid im Jahr 1992 die Ausgaben für seine Jugendakademie radikal senkte, konnte der Klub noch nicht ahnen, wie teuer ihn diese Maßnahme zu stehen kommen würden. Stürmer Raúl González wurde vom Lokalrivalen Real Madrid CF mit offenen Armen aufgenommen; als er 18 Jahre später nach 740 Spielen und 323 Toren Real in Richtung FC Schalke 04 verließ, hatte er in dieser Zeit mit den Königlichen drei Mal die UEFA Champions League und sechs Mal die spanische Meisterschaft gewonnen. In der spanischen Nationalmannschaft war er in 102 Spielen 44 Mal erfolgreich.

  • Giuly

    Der kleine und wieselflinke Stürmer hatte einen besonderen Riecher für die wichtigen Tore. Giuly startete seine Karriere bei Olympique Lyonnais, ehe er bei AS Monaco FC den Durchbruch schaffte. Dort gewann er die Ligue 1 und erreichte 2004 das Endspiel der UEFA Champions League. Für sieben Millionen Euro wechselte er anschließend zum FC Barcelona, wo er zweimal die spanische Meisterschaft und 2005/06 die UEFA Champions League gewinnen konnte. Nach nationalen Pokalsiegen mit AS Roma und Paris-Saint-Germain FC, kehrte Giuly im Sommer 2011 nach Monaco zurück.

Was passierte als nächstes?

• Am folgenden Abend gelang es mit RC Deportivo La Coruña der ersten Mannschaft, die ein Hinspiel mit drei Toren Unterschied verloren hatte, noch in die nächste Runde der UEFA Champions League einzuziehen. Nach einem 4:0-Sieg im Rückspiel setzte man sich insgesamt mit 5:4 gegen den AC Milan durch.

• Der AS Monaco FC setzte sich im Halbfinale mit insgesamt 5:3 gegen Chelsea FC durch, und nachdem Fernando Morientes erneut in beiden Spielen traf, konnte er sein Torkonto auf neun Treffer erhöhen. Das Finale in Gelsenkirchen ging dann allerdings mit 0:3 gegen den FC Porto verloren.

• Die Enttäuschung für Real Madrid CF wurde noch schlimmer, als man die Saison in Spanien nur auf dem vierten Platz beendete und im folgenden Jahr bereits in der dritten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League antreten musste.

• Doch dem Team von Didier Deschamps ereilte nach einem dritten Platz in der Ligue 1 das gleiche Schicksal. Nachdem Monaco dann immer mehr ins Mittelmaß abrutschte, spielt das Team nach dem Abstieg in der Saison 2010/11 mittlerweile sogar nur noch in der Ligue 2.

• Nachdem Madrid in den folgenden sechs Jahren bereits immer im Achtelfinale ausschied, sollte es insgesamt sieben Jahre dauern, bis die Königlichen erneut in ein Viertelfinale einzogen.

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