Basel behält Oberhand gegen Liverpool

St. Jakob-Park, Basel – 12.11.2002 – Gruppenphase
Basel
Basel
Rossi 2 Giménez 22 Atouba 29
3 - 3
Liverpool
  • Murphy 61
  • Šmicer 64
  • Owen 85
Liverpool
Ständiges Hin und Her

"Wenn das Spiel fünf Minuten länger dauert, verliert Basel" - Gérard Houllier

2002/03

• RC Deportivo La Coruña gewann am 1. Spieltag beim FC Bayern München und beendete damit eine eindrucksvolle Serie der Bayern, die in diesem Wettbewerb zu Hause 29 Spiele in Folge - seit einem 0:1 gegen IFK Göteborg im Dezember 1997 - ungeschlagen waren.

• Mit 44 Unentschieden wurde in der Saison 2002/03 ein Rekord aufgestellt. Am 6. Spieltag endeten drei Partien mit 3:3. Besonders hervorzuheben ist dabei Liverpool FC, die Reds lagen beim FC Basel 1893 zur Pause mit 0:3 zurück - es sollte nicht das letzte Mal bleiben, dass sie so einen Rückstand aufholten.

• Der griechische Klub AEK FC überstand die erste Gruppenphase ungeschlagen, schied aber trotzdem aus, weil alle sechs Partien gegen Real Madrid CF, AS Roma und den belgischen Meister KRC Genk mit Unentschieden endeten.

In der Pressekonferenz vor dem Spiel beschrieb Christian Gross, Trainer des FC Basel 1893, diese Partie als das "Spiel der Spiele" - und er sollte Recht behalten.

Für den Schweizer Double-Gewinner Basel war die Arbeit fast getan vor dem Aufeinandertreffen mit Liverpool FC, aber der Punkt, den die UEFA-Champions-League-Debütanten für ein Weiterkommen benötigten, war gegen solch einen Gegner nicht selbstverständlich, selbst nachdem sie 3:0 in Führung gegangen waren.

Gérard Houlliers Mannschaft, die zum Erreichen der zweiten Gruppenphase einen Sieg benötigte, hielt in einem harten Kampf dagegen, aber die Aufgabe war schwerer als erwartet. Erst recht, als Hakan Yakin nach anderthalb Minuten die Abseitsfalle überlistete und die Schweizer in Führung brachte. Kurz darauf lenkte Pascal Zuberbühler den Schuss von Emile Heskey mit den Fingerspitzen an die Latte, das hätte der Ausgleich sein können.

Die Fans staunten noch mehr, als Christian Giménez Mitte der ersten Halbzeit nach Vorarbeit von Yakin Torhüter Jerzy Dudek abermals bezwang. Und sieben Minuten später schien die Partie gelaufen zu sei, denn Dudek ließ einen Freistoß abprallen und Thimothée Atouba staubte zum 3:0 ab.

Jetzt stand Liverpool nicht mehr nur mit dem Rücken zur Wand, sie waren sogar an die Wand gespielt worden. Als nach einer Stunde Danny Murphy von der Strafraumkante aus den ersten Treffer für die Reds erzielte, schien trotzdem kaum mehr Hoffnung auf eine Wende.

Doch drei Minuten später fiel sogar der Anschluss. Milan Baroš legte auf für Vladimir Šmicer, der traf, die Fans im St. Jakob-Park wurden immer leiser. Und fünf Minuten vor dem Schlusspfiff war es Michael Owen, der per Elfmeter dafür sorgte, dass die Basel-Fans noch einmal richtig ins Zittern gerieten.

Liverpool-Urgestein Roy Evans behauptete einst, "Liverpool ohne europäischen Fußball ist wie ein Bankett ohne Wein". Immerhin hatten sie als Trostpreis ja noch den UEFA-Pokal. Aber das kleine Basel hatte eine große Überraschung geschafft.

Schlüsselspieler

  • Hakan Yakin

    Der Schweizer Nationalspieler Yakin nahm an vier großen Nationalmannschaftsturnieren teil, dabei gelangen ihm im eigenen Land bei der UEFA EURO 2008 drei Tore. Außerdem feierte er mit dem FC Basel 1893 große Erfolge. Im Ausland war er für den VfB Stuttgart, Galatasaray AŞ und Al Gharafa aus Katar tätig, bevor er 2009 in sein Heimatland zurückkehrte. Dort spielte er für den FC Luzern und wurde von seinem Bruder Murat trainiert.

  • Šmicer

    Šmicer war Teil der tschechischen Nationalmannschaft, die das Endspiel der EURO '96 gegen Deutschland verlor und setzte sich erstmals bei SK Slavia Praha so richtig in Szene. 1999 wechselte er nach einem Stop bei RC Lens zu Liverpool FC und gewann dort den FA Cup und 2001 auch den UEFA-Pokal. Er war ein trickreicher und vielseitiger Angreifer, der sich in die Geschichtsbücher Anfields schrieb, als er im Endspiel der UEFA Champions League 2005 gegen den AC Milan von der Bank kam und dann traf.

  • Owen

    Owen, der mit unfassbarer Schnelligkeit gesegnet war, war gerade einmal 18 Jahre jung, als er sich mit seinem sensationellen Solotor gegen Argentinien bei der FIFA-WM 1998 in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit schoss. In 216 Spielen der Premier League erzielte er 118 Tore für die Reds - und gewann 2001 den FA Cup - bevor er eine Saison bei Real Madrid CF verbrachte. Bei den nächsten Stationen - Newcastle United FC und Manchester United FC - machten ihm seine Verletzungen allerdings immer wieder Probleme.

Was passierte als nächstes?

• Der FC Basel 1893 verpasste die Qualifikation für die nächste Runde, obwohl man am Ende der zweiten Gruppenphase punktgleich mit dem Zweiten, Juventus, war. Die bessere Tordifferenz entschied zu Gunsten der Turiner.

• Liverpool schlug im Achtelfinale des UEFA-Pokals AJ Auxerre nach zwei Spielen mit 3:0, scheiterte aber im Viertelfinale mit insgesamt 1:3 am schottischen Meister Celtic FC.

• In der folgenden Saison spielten die Reds erneut im UEFA-Pokal, nachdem sie die Premier League als Fünfter beendet hatten. Wenigstens schlug man Manchester United FC im Finale um den Ligapokal.

• Hakan Yakin, Hauptverantwortlicher für Liverpools frühes Aus, wechselte im Juli 2003 zu Paris Saint-Germain FC, nachdem er in 131 Ligaspielen für seinen Heimatklub Basel 43 Tore erzielt hatte.

• Rafael Benítez löste im Sommer 2004 Gérard Houllier als Trainer ab und gewann gleich in seiner ersten Saison nach einem dramatischen Elfmeterduell die UEFA Champions League gegen den AC Milan.

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