Celtic feiert an Halloween Sieg gegen Juve

Celtic Park, Glasgow – 31.10.2001 – Gruppenphase
Celtic
Celtic
Valgaeren 24 Sutton 45, 64 Larsson 57 (P)
4 - 3
Juventus
  • Del Piero 19
  • Trezeguet 51, 77
Juventus
Offener Schlagabtausch

"Vielleicht haben wir sie etwas unterschätzt" - Pavel Nedvěd

2001/02

• Real Madrid CF erzielte im Verlauf des Wettbewerbs 35 Treffer und stellte damit den eigenen Rekord aus der Saison 1999/2000 ein. 14 verschiedene Spieler konnten sich in die Torschützenliste eintragen, Raúl González war sechs Mal erfolgreich.

• Real Madrid, FC Barcelona und Bayer 04 Leverkusen kamen im Viertelfinale trotz einer Hinspiel-Niederlage mit einem Tor Unterschied noch weiter. Real und Leverkusen erzielten das entscheidende Tor erst in den letzten sechs Minuten.

• Der FC Bayern München stellte den Rekord des AFC Ajax ein und blieb 19 UEFA-Champions-League-Spiele in Folge ungeschlagen, bis Real Madrid diese Serie im Viertelfinal-Rückspiel im Santiago Bernabéu beendete und den Titelverteidiger aus dem Wettbewerb warf.

Halloween bescherte einem ausverkauften Stadion in Glasgow ein Spiel mit sieben Toren und einen glorreichen Sieg in der UEFA Champions League gegen die alte Dame des italienischen Fußballs. Dennoch spielte das Schicksal dem schottischen Titelträger am Ende einen grausamen Streich.

Martin O'Neills Mannschaft wusste bereits vor dem Spiel, dass nur ein Sieg  gegen den Gruppenersten reichen würde, um den FC Porto noch vom zweiten Platz verdrängen zu können. Es begann jedoch nicht gut, Alessandro Del Piero brachte die Gäste nach 19 Minuten in Führung. Doch Celtic kämpfte unermüdlich und Chris Sutton belohnte die Schotten später mit einem Doppelpack. Das Publikum war begeistert, doch dann machte Portos Sieg gegen Rosenborg BK die Runde.

Die Gastgeber hatten mehr verdient, vom Anpfiff weg machten sie Juventus das Leben schwer. Didier Agathe auf der rechten Seite und der kreative Lubomír Moravčík in der Mitte trieben die Mannschaft nach vorne. Der slowakische Nationalspieler scheiterte zweimal an Fabián Carini. Seine Frustration sollte noch größer werden, da die Gäste hingegen dem Spielverlauf in Führung gingen. Del Piero, der 25 Meter vor dem Tor gefoult wurde, verwandelte den fälligen Freistoß ansatzlos in den Winkel.

Das Stadion verfiel in unheimliches Schweigen, das aber nicht lange andauerte. Fünf Minuten später besorgte Joos Valgaeren den Ausgleich, er köpfte eine Flanke von Moravčík in die Maschen. Nun war Celtic am Drücker, Henrik Larsson scheiterte nur knapp nach einem Zuspiel von Agathe. Die Gastgeber spielten weiter nach vorne und wurden belohnt. Sutton war nach einer Ecke von Moravčík zur Stelle und erzielte kurz vor dem Halbzeitpfiff die Führung.

Der in der Halbzeit eingewechselte David Trezeguet konnte wieder ausgleichen, doch Celtic blieb unbeeindruckt. Larsson traf vom Elfmeterpunkt, nachdem Mark Iuliano Sutton gefoult hatte. Nach 64 Minuten machte Sutton dann seinen zweiten Treffer zum zwischenzeitlichen 4:2. Nach einem Standard von Moravčík brachte der Engländer den Ball volley im Tor unter.

Juventus hatte sich nicht aufgegeben und Trezeguet konnte noch einmal für die Gäste verkürzen. 13 Minuten hatte Celtic noch zu überstehen und sie hielten durch. Der Aufwand war aber umsonst, Porto sicherte sich dank eines Erfolgs gegen Rosenborg den zweiten Platz. Es war ein bitterer Erfolg für das Team aus Glasgow, das sich nun mit einem Platz im UEFA-Pokal begnügen musste. Man hatte sich jedoch den Respekt eines großen Gegners verdient.

Schlüsselspieler

  • Sutton

    Sutton war für eine kurze Zeit der teuerste Spieler in der englischen Fußballgeschichte, als er im Juli 1994 für 7,5 Millionen Euro von Norwich City FC zu Blackburn Rovers FC wechselte. Der körperlich sehr robuste Stürmer, der zudem extrem kopfballstark war, verstand sich blind mit Sturmkollege Alan Shearer und war ein Garant dafür, dass Blackburn prompt den ersten Titel seit 81 Jahren gewinnen konnte. Weniger gut lief es für ihn bei Chelsea FC, bei Celtic FC dagegen holte Sutton drei Titel in sechs Jahren.

  • Larsson

    Der brandgefährliche Larsson, der mit Feyenoord zweimal den niederländischen Pokal geholt hatte, hatte seine besten Jahre im Trikot von Celtic FC. In Glasgow gewann er in sieben Jahren viermal die schottische Meisterschaft. Auch beim FC Barcelona holte er in zwei Jahren zweimal den Titel und 2006 gewann er mit den Katalanen die UEFA Champions League. Als Kapitän der Schweden absolvierte er sechs Endrunden bei Welt- und Europameisterschaften. Nach seinem Rücktritt vom Rücktritt schnürte er nochmals die Fußballstiefel für Helsingborgs IF und gewann mit Manchester United FC die Meisterschaft in der Premier League.

  • Del Piero

    "Il Fenomeno Vero" (das wahre Phänomen) verbrachte zwei Jahrzehnte, also seine gesamte Karriere im Trikot von Juventus. Er ist inzwischen Rekordspieler und Rekordtorschütze der Turiner; auch seine Trophäensammlung sucht ihresgleichen, 1996 gewann er die UEFA Champions League, dazu holte er noch fünfmal den Titel in der Serie A und war Teil des Teams, das 2006 FIFA-Weltmeister wurde. "Ich bin mir sicher, dass Del Piero niemals altert", sagt Diego Maradona.

Was passierte als nächstes?

• Als Dritter in Gruppe E qualifizierte sich Celtic FC für den UEFA-Pokal, doch das Abenteuer endete noch bevor es richtig angefangen hatte. Martin O'Neills Mannschaft verlor in der dritten Runde im Elfmeterschießen gegen Valencia CF.

• Juve überstand die erste Gruppenphase ohne Probleme, doch die Zweite sollte nicht so einfach werden. Das Team stand am Ende auf dem letzten Platz hinter Bayer 04 Leverkusen, RC Deportivo La Coruña und Arsenal FC.

• Unter Marcello Lippi erholte sich die Mannschaft und gewann zum 26. Mal den Scudetto. Es dauerte bis zum letzten Spieltag, als Tabellenführer FC Internazionale Milano eine 2:4-Niederlage gegen S.S. Lazio hinnehmen musste.

• Die Bianconeri verteidigten ihren Titel in der Saison 2002/03, aber im Europapokal scheiterte die Mannschaft nur knapp am dritten Titelgewinn. Juve verlor das Finale der UEFA Champions League in Manchester gegen den AC Milan im Elfmeterschießen.

• Auch Celtic gewann erneut die Meisterschaft, es war der sechste Titelgewinn im eigenen Land innerhalb von acht Jahren. In der folgenden Spielzeit erreichte Celtic das Finale des UEFA-Pokals, musste sich dort aber dem FC Porto geschlagen geben.

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